Unfallkasse Baden-Württemberg

Fehlzeitenmanagement

Fehlzeitenmanagement ist in erster Linie das Handeln zur Reduktion von Fehlzeiten bzw. die Erhöhung der Anwesenheit im Unternehmen. Dabei wird eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten verfolgt.
Von Bedeutung ist ein Fehlzeitenmanagement zum einen, da hohe Fehlzeitenquoten für ein Unternehmen erhebliche Kosten verursachen. Zum anderen sind hohe Fehlzeiten ein ernstzunehmendes Signal dafür, dass im Unternehmen etwas nicht ideal läuft. Häufig haben krankheitsbedingte Fehlzeiten arbeitsbedingte Ursachen. Ziel des Fehlzeitenmanagements ist es daher, alle Bedingungen von Arbeit, Organisation und Person zu prüfen, die Einfluss auf den Krankenstand haben.
Die Ursachen für  Fehlzeiten der Mitarbeitenden sind vielfältig und lassen sich in drei übergeordnete Bereiche gliedern:

  • Betriebliche Faktoren (z.B. Betriebsklima, Führungsverhalten, Arbeitszeit, -inhalt, Arbeitsplatzsicherheit, Entlohnung)
  • Umweltfaktoren (z.B. Konjunktur, Jahreszeit)
  • Persönliche Faktoren (z.B. Alter, Geschlecht, Qualifikation, familiäre Situation)

Eine Methode des Fehlzeitenmanagements ist es, durch Gesundheitsberichte (intern/ extern durch Krankenkassen) einen Überblick über den Gesundheits- und Krankenstand im Unternehmen zu gewinnen und Ursachen dafür zu finden. Häufungen  bestimmter Gesundheitsbeeinträchtigungen und Erkrankungen machen es dann möglich, gezielte Maßnahmen zu implementieren, die dem Abbau der Gesundheitsrisiken und somit der Fehlzeiten dienen.
Verschiedene Instrumente können die Verbesserung der Anwesenheit im Betrieb erreichen:

  • Fehlzeitengespräche
  • Wiedereingliederungsmaßnahmen/BEM
  • Abbau von Belastungen Arbeitsgestaltungsmaßnahmen
  • Mitarbeiterbeteiligung
  • Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Der Trend vieler Unternehmen geht dahin, nicht mehr vom Krankenstand, sondern von der Gesundheitsquote zu sprechen.  Grund dafür ist, dass die Erhöhung der Gesundheitsquote, im Gegensatz zur Senkung des Krankenstandes,  präventiv orientiert ist. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass ein niedriger Krankenstand nicht ausschließlich auf gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zurückzuführen ist. Z.B. senken krank zur Arbeit kommende Mitarbeitende die Fehlzeitenquote, was jedoch keinesfalls  als gesundheitlicher Erfolg zu werten ist. Weiterführende Literatur finden Sie unter iga.Fakten 6 „Präsentismus: Verlust von Gesundheit und Produktivität“.